Lernen › Lernpfad 04 · Training & Analyse
Trainingseinheiten & Trainingstagebuch
Zwei Schützen bekommen eine Saison lang dreimal pro Woche je 90 Minuten auf dem Schießstand. Sie schießen gleich viele Diabolos. Am Ende hat sich einer weit mehr verbessert als der andere. Der Unterschied ist nicht Talent. Es ist das, was sie aus jeder Trainingseinheit gemacht haben.
Erst nachdenken: Welche Art von Trainingseinheit verbessert deine Ergebnisse über eine Saison wahrscheinlich am meisten?
- Jedes Mal einen kompletten Wettkampf über 60 Schuss schießen und versuchen, deine Bestleistung zu schlagen
- Trocken aufwärmen, Probeschüsse abgeben, dann Blöcke zu 10 Schuss mit je einem technischen Schwerpunkt schießen, jedes Abkommen ansagen und jeden Schuss notieren
- Schießen, bis eine gute Serie kommt, dann mit einem Hochgefühl aufhören
Der Aufbau einer Einheit mit Diabolo
Eine gute Trainingseinheit hat einen Anfang, eine Mitte und ein Ende, und jeder Teil hat eine Aufgabe.
Warum Blöcke zu 10? Zehn Schuss reichen für ein Muster, das du lesen kannst, und sind kurz genug, um einen Schwerpunkt scharf zu halten. Ein Wettkampf besteht außerdem aus Serien zu 10 Schuss, also überträgt sich der Rhythmus.
Erst nachdenken: Wenn Blöcke zu 10 Schuss die Technik so gut trainieren, warum dann jede Woche zusätzlich eine komplette Simulation über 60 Schuss und 75 Minuten?
- Um ein Ergebnis zum Posten im Internet zu haben
- Um Tempo, Konzentration und Pausen über die volle Wettkampfdauer zu üben, was kurze Blöcke nie prüfen
- Weil Probeschüsse nur in kompletten Wettkämpfen erlaubt sind
Wie viel schießen?
Es gibt keinen gesicherten Richtwert dafür, wie viele Schuss ein Pistolenschütze abgeben sollte. Der beste Vergleich kommt aus einer anderen Präzisionssportart.
Erst nachdenken: Du trainierst 3 Mal pro Woche, 50 Schuss pro Einheit, jede Woche im Jahr. Wie viele Schuss sind das ungefähr pro Jahr?
Arbeitswerte, keine geprüften Vorgaben: Anfänger 2–3 Einheiten pro Woche mit 40–60 Schuss; Schützen auf nationalem Niveau trainieren 5–6 Tage pro Woche. Manche nationalen Lehrgänge berichten von 8–9 Stunden pro Tag.
Eine Woche im Überblick
Trockentraining, Schusstraining, Ruhe und Athletiktraining müssen alle irgendwo Platz finden. So könnte ein Vereinsschütze mit drei Schusseinheiten pro Woche seine Woche aufteilen.
Das Trainingstagebuch
Im Trainingstagebuch wird aus einzelnen Einheiten ein Plan. Muster in deinem Schießen zeigen sich über Wochen, nicht über Tage, und nur, wenn du sie aufgeschrieben hast. Ein nützliches Trainingstagebuch hält fest:
Abkommen und Treffer für jeden Block, und woran du gearbeitet hast.
Daten aus dem Trainingssystem, etwa 10a0, wenn du ein elektronisches Trainingssystem nutzt.
Änderungen an der Ausrüstung: Griff, Visierung, Abzug, Diabolo-Los, jeweils mit Datum.
Schlaf, Ruhepuls, Belastung (wie anstrengend sich die Einheit angefühlt hat) und Stimmung.
Du kannst eins in deinem Profil führen. Fang heute an: Datum, Schusszahl, Ergebnis, Schlaf, Stimmung und eine Zeile zu Abkommen und Treffern.
Erst nachdenken: Deine letzten drei Einheiten lagen jeweils etwa 10 Ringe unter dem Üblichen. Das Trainingstagebuch zeigt normalen Schlaf und normale Stimmung, denselben Schwerpunkt wie vorher und eine neue Dose Diabolos aus einem anderen Los, geöffnet am ersten schlechten Tag. Was testest du zuerst?
- Deine Abzugstechnik, mit einer Woche Trockentraining
- Das neue Diabolo-Los, aufgelegt im Vergleich zu deinem alten
- Nichts: Drei Einheiten sind einfach eine schlechte Phase
- Gib jeder Einheit einen Aufbau: trockenes Aufwärmen, Probeschüsse, Blöcke zu 10 Schuss mit einem Schwerpunkt und eine wöchentliche Wettkampfsimulation in voller Länge.
- Sag jedes Abkommen an. Blöcke zu 10 Schuss liefern Muster, die du lesen kannst, und passen zum Rhythmus der Serien.
- Für die Pistole gibt es keinen gesicherten Richtwert zur Schusszahl; Spitzen-Biathleten schießen etwa 12 800 Schuss pro Jahr.
- Notiere Abkommen und Treffer, Daten aus dem Trainingssystem, Änderungen an der Ausrüstung, Schlaf, Ruhepuls, Belastung und Stimmung. Muster zeigen sich über Wochen.
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